Ahauser Nothilfe hilft unermüdlich

Seit 15 Jahren Unterstützung für rumänische Kinderheime / Hilfe weiter dringend benötigt

 

15 Jahre ist es her, dass wir den ersten LKW beladen mit hochwertigen Spenden wie Hygieneartikel, Medikamente, Pflege- Lebens- und Waschmittel und Spiel- und Schulsachen nach Rumänien gefahren haben, erinnert sich Ralf Düesmann, Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Ahauser Nothilfe. Auch in diesem Jahr wurden wir wieder von den insgesamt 48 Kindern im Alter von 1 bis 18 Jahren Jahre und den Heimleitern unserer beiden Kinderheime Casa Sperantei und Otniel im 1.700 km entfernten Timisoara herzlich empfangen. Es macht immer wieder Freude, die glücklichen Kinderaugen zu sehen, wenn sie all die mitgebrachten, neuen Sachen auspacken und ausprobieren dürfen. Dabei sind Süßigkeiten, Spielsachen und Musikinstrumente wie überall auf der Welt bei den Kindern besonders begehrt, wo hingegen die Heimleiterinnen besonders dankbar für die nützlichen Dinge des täglichen Bedarfs sind. Durch die Unterstützung einer Bocholter Firma konnten wir in diesem Jahr für jedes Heimkind ein neues, wärmendes Oberbett mitbringen, denn so heiß die Sommer in Rumänien sein können mit Dürre und Trockenheit, so kalt sind die Winter mit bis zu minus 40°. Da waren die Betten eine willkommene Spende.

Obwohl es im Land langsam aufwärts geht, ist die große Mehrheit der Bevölkerung auch weiter dringend auf Hilfe angewiesen, denn wer denkt, dass sich mit dem EU-Beitritt Rumäniens die Probleme lösen ließen, der irrt. Der Staat ist mit der Lösung seiner sozialen Probleme überfordert, in den Landregionen leben viele Menschen noch wie vor 100 Jahren. Mit Bestürzung konnten wir uns mit eigenen Augen davon überzeugen, dass in einem 20 km von Timisoara entfernten Dorf Familien mit Kindern leben, die das Wasser noch aus den Brunnen holen. Es gibt keinen Strom und es fehlen jegliche sanitäre Anlagen. Amerikanische Sponsoren haben dort ein Projekt ins Leben gerufen und wollen ein Gemeindehaus errichten, in dem die Dorfbewohner Rat und Hilfe und einmal in der Woche eine warme Mahlzeit bekommen können. Ein integrierter Kinderhort soll es den zumeist sehr jungen Eltern ermöglichen, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Gerne würden wir dieses Projekt fördern, aber die Geldspenden reichen kaum, die langjährigen Kinder- und Altenheimprojekte weiter zu unterstützen, denn diese stehen zwar unter kirchlichem Schutz, müssen aber für ihre Versorgung selbst aufkommen. Unser Kommen wird jedes Jahr sehnsüchtig erwartet, denn auch dieses Mal sind die Vorratskeller der Kinderheime wieder völlig leer. Können Sie sich die Mengen an haltbaren Lebensmitteln und Obst und Gemüse zum Einmachen vorstellen, die zur Grundversorgung so vieler Personen für ein halbes Jahr notwendig sind? Die Einkaufslisten sind unendlich lang und unser Transportfahrzeug ist nach dem Einkauf bis unters Dach gefüllt. Nachdem alles in den Lagerräumen untergebracht ist, stehen wir den überglücklichen und dankbaren Leiterinnen der Kinderheime gegenüber. Das Winterhalbjahr ist damit wieder einmal gesichert.

Die meisten Menschen können sicher nachempfinden, welch große Sorge es bereitet, als Eltern Kinder auf einen guten Weg zu bringen. Auch keine einfache Aufgabe für die Heimleitungen, die neben ihren eigenen Familien Bezugsperson für die ihnen anvertrauten Waisenkinder sind. Die Entlohnung für ihre Arbeit ist verschwindend gering und die Lebenshaltungskosten sind mittlerweile ähnlich wie in Deutschland. „Es gehört schon eine Menge Idealismus dazu, aber wir können unsere Kinder nicht einfach im Stich lassen“, sagt die Leiterin des Kinderheims Casa Sperantei, Flori Iuga. Also kämpfen sie weiter, auch mit Behörden und anderen Institutionen, um ihren Schützlingen nicht nur ein Bett und eine warme Mahlzeit zur Verfügung zu stellen, sondern ihnen ebenfalls eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Auf Bildung und gutes Sozialverhalten wird viel Wert gelegt und wir spüren deutlich den Zusammenhalt unter den Kindern. Das gemeinsame Schicksal verbindet, die Älteren helfen und kümmern sich um die Kleinsten. Einige der Kinder leben seit über 15 Jahren im Kinderheim und keines von ihnen hat je ein normales Familienleben kennen gelernt. Wir wünschen uns, dass mit IHRER Hilfe und unserer Unterstützung viele der Heimkinder irgendwann in der Lage sein werden, eine eigene Familie zu gründen und ein sorgenfreieres Leben führen zu können.

Nach einer ausgefüllten und eindrucksvollen Zeit beenden wir unsere Reise mit dem Versprechen, auch im nächsten Jahr wiederzukommen, denn auch wir können „unsere Kinder“, die uns mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen sind, nicht im Stich lassen.

Wer die Arbeit der Ahauser Nothilfe mit einer Geldspende unterstützen oder sich näher informieren möchte, erhält auf unserer Internetseite: www.ahauser-nothilfe.de weitere Infos. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt. Für die Unterstützung der bisherigen Hilfstransporte dankt Ralf Düesmann allen Spendern und auch den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihren persönlichen Einsatz.

Ahauser Nothilfe hilft unermüdlich