Ralf Düesmann von der Ahauser Nothilfe berichtet vom Hilfsgütertransport ins rumänische Timisoara

Seine Eindrücke vom letzten Hilfsgütertransport nach Rumänien hat der Vorsitzende der Ahauser Nothilfe, Ralf Düesmann, in einem Reisebericht zusammengefasst:

„Bereits zum fünfzehnten Mal seit 1997 fahren wir (Lorenz u. Dana Richters und Ralf Düesmann) einen Hilfstransport nach Rumänien. An „Bord“ unseres Transportfahrzeuges sind wieder hochwertige Spenden wie Hygieneartikel, Medikamente, Spielsachen, Tornister, Schulhefte sowie weitere Dinge des täglichen Bedarfs für Waisen – und Straßenkinder.

Ohne Probleme passieren wir die Grenzen und treffen schon bald im 1700 km entfernten Timisoara ein, wo wir in unseren beiden Kinderheimen Casa Sperantei und Otniel schon sehnsüchtig erwartet werden. Besonders beliebt bei den Kindern sind natürlich Süßigkeiten und Spielsachen. Auch eine große Menge an Schulmaterial und Tornister haben wir dieses Mal wieder mitgebracht, was die Heimleiterinnen besonders freut.

Für das Kinderheim Otniel haben wir eine besondere Überraschung: Damit die Heimkinder auch weiterhin musikalisch unterrichtet werden können, wird die bereits schon längere Zeit defekte Gitarre ersetzt und ein neues Instrument gekauft. Sofort werden die Gitarre sowie der neue Notenständer samt Notenbuch „ausprobiert“. Die Kinder sind überglücklich und wir werden mit einigen Liedern „belohnt“.

Die Kinderheime stehen nach wie vor unter kirchlichem Schutz und müssen dennoch für die Versorgung selber aufkommen. Daher stellt sich immer wieder die Frage: Wie bekomme ich die Kinder satt? Und die Not können wir auch hier wieder lindern und kaufen einen großen Vorrat an Grundnahrungsmitteln für beide Kinderheime ein. Überglücklich lagern die Leiterinnen der Kinderheime, Frau Iuga und Frau Stan, die Lebensmittel in den Vorratskellern ein. Das Winterhalbjahr ist damit gesichert.

Zum dritten Mal besuchen wir in Timisoara im Krankenhaus eine Abteilung für die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Erkrankungen dieser Art wurden früher von Seiten des Staates nicht anerkannt oder abgelehnt, aber mittlerweile hat man auch hier erkannt, wie wichtig es ist, diesen Menschen zu helfen. Die Abteilung im Krankenhaus wurde vollständig saniert und ist „Vorzeigeobjekt“ in Timisoara. Leider werden die Versorgung der Patienten und die Innen-einrichtung der Krankenzimmer nicht gefördert. Daher kaufen wir eine große Menge an Gemüse ein, welches eingekocht wird und als Wintervorrat dient.

Mittlerweile wurde im Nebentrakt des Krankenhauses ein Behandlungszimmer für die ehrenamtlich tätige Psychiaterin und Psychologin Frau Prof. Dr. Gulyas eingerichtet. Leider fehlt es noch an wichtigen Einrichtungsgegenständen und wir spenden bei unserer Ankunft eine Musikanlage für die musikalische Therapie.

Schweren Herzens heißt es auch diesmal wieder Abschied nehmen von Timisoara, aber wiederum nicht ohne das Versprechen an alle: „Wir kommen wieder.“

 

Ralf Düesmann von der Ahauser Nothilfe berichtet vom Hilfsgütertransport ins rumänische Timisoara